Hurra! Wir überwintern auf Mallorca
Ich gebe es zu, dieses Jahr habe ich es bislang ganz gut getroffen. Ich habe mir eine kleine Auszeit vom Job gegönnt und verbringe diesen Winter auf Mallorca. Da meine Freundin Aina Mallorquinerin ist, sind wir in der komfortablen Situation, jederzeit zu einem Familienbesuch in den Süden reisen und dem deutschen Winter entgehen zu können.
Anstatt minus zehn Grad, Eis und Schnee, tagsüber Temperaturen um die 20 Grad und herrlicher Sonnenschein. So lässt es sich aushalten.
Mallorca im Winter
Für mich ist Mallorca in den ersten Monaten des Jahres am schönsten. Die Insel ist noch herrlich ‚untouristisch’. Keine überfüllten Orte, keine Staus auf den Straßen, erschwingliche Preise für Unterkünfte, leere Strände für fantastische Spaziergänge oder Joggingrunden in der Sonne. Darüber hinaus erwacht die Natur so langsam aus der sommerlichen Hitze. Alles beginnt zu blühen, die Bauern bestellen die Felder, die Bäume bekommen neue Blätter und auch die Mandelblüte beginnt Ende Januar/Anfang Februar. Außerdem sind im Winter die Zitrusfrüchte reif. Ganz besonders lohnt sich dann eine Tour in die Berge (rund um Sollér), wo man herrlich leuchtende Orangen-, Mandarinen- und Zitronenbäume bewundern kann.
Geheime Orte
Unser `Heimatort` auf Mallorca ist Campos. Ein kleines Dorf zwischen dem wundervollen und natürlichen Strand Es Trenc – dem schönsten der Insel – und der Hauptstadt Palma. Campos selber ist bei Weitem nicht der schönste Ort der Insel. Auf seine Art ist er dennoch einen Besuch wert. Hier gibt es selbst im Hochsommer vergleichsweise wenige Touristen und donnerstags und samstags findet ein hübscher Markt mit regionalen Produkten statt. Außerdem kann man hier wunderbar Essen, zum Beispiel in unserem Lieblingsrestaurant ‚La Taverna de Lucia Murphy’.
Campos und die Ebene drumherum waren einmal die Kornkammer der Insel, das Land war extrem fruchtbar und leicht zu bewirtschaften. Doch durch die extensive Landwirtschaft sank der Grundwasserspiegel zu stark und vermischte sich mit dem Meerwasser. Heute ist das Grundwasser weitgehend versalzen, die Landwirtschaft fast komplett weg. Viele ehemalige Farmen und Bauernhöfe sind in den letzten zwanzig Jahren zu exklusiven Fincahotels umgewandelt worden. Dadurch, dass Campos als landwirtschaftliches Zentrum einst so reich gewesen war, hatte die Region als eine der einzigen der Insel davon abgesehen, die Küste mit Hoteltürmen und Bettenburgen zuzupflastern. Und als Campos dann durch den Niedergang der Landwirtschaft verarmte, war es zu spät, denn Naturschutzgesetze verboten die Bebauung der Küste. So kommt es, dass es hier im Süden mit dem Es Trenc einen der letzten weitgehend naturbelassenen Strände mit einer riesigen Dünenlandschaft, wilden Kräutern und Pinienhainen gibt.
Reisetipps
Ich muss zugeben, bis ich meine Freundin Aina kennenlernte, hatte ich einige Vorurteile gegenüber Mallorca und es wäre wohl nicht mein bevorzugtes Reiseziel geworden. Doch heute weiß ich, wie herrlich diese Insel ist! In meinen nächsten Beiträgen werde ich also noch ein wenig mehr über Mallorca schreiben, zum Beispiel über:
- die Inselhauptstadt Palma
- typische Gerichte und unser Lieblingsrestaurant `La Taverna de Lucia Murphy`
- Tipps zu Sehenswürdigkeiten wie dem fantastischen Strand `Es Trenc`
- einen Bericht zur Wanderung entlang der Nordostküste
- eine Bergwanderung zum Kloster Sa Trapa
- einen Besuch der Orangenregion um Sóller
- und was mir sonst noch so einfällt.
Bis dahin sende ich Euch frühlingshafte Grüße von Mallorca.
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